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Das älteste Dorf Thüringens - Neue Ausstellung im Schloss Heringen

Weithin sichtbar überragen die weißen Mauern des Schlosses Heringen die Goldene Aue. Als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung wurde es in den letzten Jahren aufwändig saniert. Das rund 700 Jahre alte Gemäuer erstreckt sich über fünf museale Etagen und drei Dachgeschossebenen und ist rund 34 Meter hoch. Die Gebäudesubstanz ist weitgehend unverbaut erhalten geblieben. Gräfin Clara von Schwarzburg-Frankenhausen, ehemals Braunschweig-Lüneburg, ist die berühmteste Schlossherrin. Von 1598 bis 1658 war es ihr Witwensitz, nachdem ihr Mann Wilhelm I. Graf von Schwarzburg-Frankenhausen nach nur fünfjähriger gemeinsamer Ehe gestorben war.

Von 1322 bis 1327 bauten die Grafen von Hohnstein in Heringen eine romanische Burg – das „Haus zur Goldenen Aue“. Durch die Burg erlebte Heringen einen Aufschwung, wurde mit zwei Mauerringen und Wehrtürmen befestigt und erhielt den Status einer Stadt. Anfang des 16. Jahrhunderts machten umfangreiche Umbauten aus der Burg ein Schloss im Renaissancestil. Heute lassen sich auf fünf Etagen u.a. die Tafelstube sowie der historische Bankettsaal mit Malereien aus der Renaissancezeit, historische Fundstücke, Möbel und Haushaltsgegenständen und ein Landambulatorium besichtigen.

Seit Ende Mai zeigt das Schloss die moderne interaktive archäologische Dauerausstellung. Die Fundstücke wurden bei umfangreichen Ausgrabungen in der Gemarkung Windehausen und Bielen (2011-2014) entdeckt und zeigen, dass die Goldene Aue bereits in der Jungsteinzeit vor nahezu 7.500 Jahren besiedelt war. Das älteste Dorf Thüringens entstand genau hier in der Goldenen Aue! Die Besucher finden sich mitten im Alltagsleben der ersten Bauern wieder. Was bedeutete es sesshaft zu werden? Wie sahen die ersten Häuser aus? Was veränderte sich im Alltag der Menschen? An diversen Stationen lassen sich Objekte und Repliken anfassen und zum Teil auch selbst ausprobieren.

 

Schloss Heringen

Schlossplatz 1
99765 Heringen/Helme

Tel. 036333 73888
E-Mail: museum@schloss-heringen.de

Öffnungszeiten: Mo geschlossen, Di – Fr 10.00 – 17.00 Uhr, Sa – So 10.00 – 16.00 Uhr

Offene Führungen „Das älteste Dorf Thüringens und die Archäologie der Goldenen Aue“ an jedem Dienstag, 16.00 Uhr (Dauer: ca. 45 Minuten) - Weitere Führungen nach Voranmeldung möglich.

Eintrittspreise u.a.: Kinder bis 6 Jahre frei, Erwachsene 4,50 €, Ermäßigt 3 €, Familien 10 €

Malerische Burgruine

Die Grafen von Hohnstein waren einst ein einflussreiches Thüringer Adelsgeschlecht und der Landkreis Nordhausen war früher nach ihrer Grafschaft benannt. Noch heute zeugen Burgen wie die Burgruine Hohnstein von ihrer Herrschaft. Die imposante Anlage thront auf einem Bergsporn über dem Luftkurort Neustadt. Vermutlich hat Konrad von Sangerhausen – der Erste, der sich Graf von Hohnstein nannte – die Burg um 1120 erbaut, die fast 300 Jahre der Stammsitz der Grafenfamilie war. Im 15. Jahrhundert ging die Burg an die Grafen zu Stolberg und wurde 1627 während des Dreißigjährigen Krieges gebrandschatzt. Die Burgruine, heute im Besitz des Landkreises, ist eine der best erhaltenen im Harz.

Die malerische Ruine ist ein attraktives Wanderziel, inklusive einer Stempelstelle der Harzer Wandernadel und einer einmaligen Kulisse für Hochzeiten. Neben dem Landkreis engagieren sich der Hohnsteiner Mittelalterverein und der Burgwirt für den Erhalt und die Wiederbelebung der Anlage. Besucher können die Burgruine frei besichtigen, die Picknickplätze nutzen und von der Plattform die Aussicht auf die Umgebung genießen.

Der romantische Burggasthof direkt an der Ruine ist weithin bekannt für köstliche Speisen und ein einmaliges Ambiente - besonders zu den urig zünftigen Ritteressen. Im Sommerhat man auf der Terasse einen tollen Blick auf Neustadt unterhalb der Burgruine Hohnstein.

Geschichte & Geschichten

Nahe der Burgruine Hohnstein liegt die Frauenruhwiese, auch bekannt als Gretchens Ruh. Hinter dieser Bezeichnung steckt eine alte Sage, die wohl auf den Fleglerkrieg zurückgeht, in dem Graf Friedrich von Heldrungen 1412 die Burg eroberte. Dem Volksmund nach durfte die Burgherrin nach der Eroberung so viele Kostbarkeiten, wie sie auf dem Rücken tragen konnte, mitnehmen. Sie entschied sich für ihren Mann - doch dieser war schwer, so dass die Burgherrin es nur bis zu ebenjener Wiese schaffte und sich dort ausruhen musste. In der wahren Geschichte verhalf Margarete von Weinsberg tatsächlich ihrem Mann zur Flucht und zwar mittels eines Seils aus dem Nordflügel, von wo aus er es ins Kloster Ilfeld schaffte.

 

Burgruine - Burggasthof Hohnstein
99762 Neustadt/Harz

Telefon: 036331 49 0 49
E-Mail: info@burghohnstein.de

Beeindruckender Bergfried

Unweit der Burg Hohnstein liegt eine weitere Burgruine des Landkreises: Die Ebersburg nahe Hermannsacker erbaute Landgraf Hermann von Thüringen Ende des 12. Jahrhunderts als nördlichste Befestigung Thüringens. Hermann I. regierte von 1190 bis 1217 und die Landgrafschaft Thüringen erlebt unter ihm eine Blütezeit. Die Bekannteste aus der Familie ist allerdings eine Frau, die ungarische Königstochter Elisabeth, als Heilige Elisabeth von Thüringen bekannt. 1207 geboren kam sie als Kind nach Thüringen und heiratete Ludwig IV., den Sohn des Landgrafen Hermann I. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Ebersburg mehrfach ihren Besitzer, im 16. Jahrhundert begann sie zu verfallen.

Von der romanischen Anlage stechen heute markant der massiv gebaute 20 Meter hohe Bergfried mit einer Mauerstärke von viereinhalb Metern und einem Durchmesser von mehr als zwölf Metern, das seltene zurückgezogene Kammertor und Teile der Maueranlagen hervor. Der Verein für lebendiges Mittelalter haucht der Ebersburg seit einigen Jahren neues Leben ein, bietet Führungen an, organisiert Veranstaltungen und setzt sich  für deren Erhalt ein. Nahe der Ebersburg lädt das traditionelle Gasthaus Zur Sägemühle zur Rast ein.

 

Burgruine Ebersburg
oberhalb des Gasthauses Zur Sägemühle
99762 Hermannsacker

Verein für lebendiges Mittelalter
Telefon: 03631 89 60 30
E-Mail: impressum@mittelalternordhausen.de

Weitere Burgen und Schlösser

Gut erhalten ist die Burg Lohra in der Hainleite, die aus dem 11./12. Jahrhundert stammt und einst den Grafen von Lare gehörte. Sehenswert ist die seltene romanische Doppelkapelle im Osten der Kernburg. Betreut wird die Burg vom Verein OpenHouses, der sie als Unterkunft vermietet.

Im Landkreis gibt es weitere Schlösser in Wolkramshausen und Niedergebra, die im Privatbesitz sind. Das Wasserschloss in Niedergebra stammt aus dem 18. Jahrhundert und wird nach dem blauen Schieferdach auch „Blauer Hof" oder nach seinem Erbauer Philipp von Hagen, dem ersten Landrat der preußischen Grafschaft Hohnstein, „Hagensches Schloss" genannt.

In Wolkramshausen steht das Schloss Hue de Grais, ein barockes Herrenhaus mit Park aus dem 17. Jahrhundert mit wertvoller Ausstattung. Außerdem gibt es im Landkreis Nordhausen noch verschiedene ehemalige Herrenhäuser und Rittergüter.