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Auf Streifzug durch die Region Nordhausen

Dom NordhausenFast 8.000 Jahre reicht die Siedlungsgeschichte der Region Nordhausen zurück. Ausgrabungen förderten das älteste Dorf Thüringens zutage, denn hier siedelten die ersten Ackerbauern 5600 vor Christus. Neben rund 20 Hausgrundrissen fanden die Archäologen eine Kreisgrabenanlage aus der Zeit um 4800 vor Christus, die rituellen und astronomischen Zwecken diente, ein rund 6000 Jahre alter Grabhügel sowie gut 10.000 Fundstücke wie Haushaltsgegenstände und Schmuck.

Diese mehr als 7000 Jahre alte Siedlung liegt vor den Toren Nordhausens, dem Zentrum des Landkreises. Die Rolandstadt, die größte Stadt Nordthüringens, wurde 927 als Königspfalz erstmals erwähnt. Der Roland, das Wahrzeichen der Stadt am Rathaus, ist als Symbol für Freiheit, Macht und Gerichtsbarkeit seit 1411 belegt. Seit der starken Zerstörung im 2. Weltkrieg hat sich das Gesicht der Stadt deutlich verändert. Alte Bausubstanz ist inzwischen wieder rekonstruiert, neue entsteht.

Landesgartenschaugelände PeterbergDie Kirchtürme prägen auch heute noch die Silhouette der Rolandstadt. Der Blasii-Kirche, die es seit 1234 gibt, verleihen zwei ungleiche, schiefe Türme ein prägnantes Aussehen. 1634 schlug ein Blitz ein und die einstige Turmspitze wurde ersetzt. Mit der Berufung des Reformators Johann Spangenberg als Pfarrer 1524 setzte Nordhausen ein Zeichen in der Reformation, der sich die Stadt früh anschloss. Die Geschichte des Doms zum Heiligen Kreuz begann mit einem Frauenstift, 961 gegründet von Königin Mathilde. Im Dom beeindruckt zum Beispiel der Chorraum mit dem geschnitzten Chorgestühl, den Stiftfiguren und dem barocken Hochaltar. Von der Petri-Kirche auf dem Petersberg ist nach dem Krieg nur der 62 Meter hohe Turm geblieben, der wie der Dom einen tollen Blick über die Häuser der Stadt bietet. Das Umfeld wurde für die Landesgartenschau 2004 völlig neu gestaltet.

Die Rolandstadt ist nicht nur im Herzen grün, sondern auch von einem grünen Gürtel umgeben: der Stadtpark an der Zorge mit einem Spielplatz und Tiergehege, Park Hohenrode, ein Kleinod aus dem 19. Jahrhundert mit einem selten reichhaltigen Baumbestand und das Gehege, der älteste Park Nordhausens. Im 18. Jahrhundert waren Verliebte für die Aufforstung mitverantwortlich, denn die Stadt verfügte, dass frisch Vermählte dort mindestens sechs Bäume pflanzen sollten. Die hügelige Stadt Nordhausen ist auch eine Stadt der Treppen, die an vielen Stellen die einmaligen Treppenkäfer bevölkern. Seit mehr als 500 Jahren ist auch der roggenechte Korn aus der Stadt nicht wegzudenken.

 

Die Nordhäuser und ihr Korn

Der Sage nach hat der Teufel höchstselbst den Branntwein nach Nordhausen gebracht. Denn nachdem er wegen eines verlorenen Streits alle Seelen aus der Hölle entlassen musste, ersann er ein Mittel, um seine Hallen wieder zu füllen. Der Teufel „ging nach Nordhausen und wurde ein Schnapsbrenner und machte Branntwein drein und drauf und schenkte ihn in die Welt hinein“, erzählt das alte Märchen von Ludwig Bechstein. „Und er zeigte auch den Nordhäusern allen miteinander, wie der Schnaps gemacht wird, und versprach ihnen viel Geld und Gut, wenn sie's lernten und Branntwein brennten.“ Schnell wurde in Nordhausen so viel Branntwein gebrannt „wie an keinem andern Orte in der ganzen Welt“. Und natürlich funktionierte die Idee des Teufels: „Wenn die Leute erst ein wenig Branntwein im Leibe hatten, da fingen sie an zu fluchen und zu schwören, und fluchten und schwuren ihre Seele zum Teufel, dass sie der Teufel bekam, wenn sie gestorben waren.“ Die lange Geschichte des Kornbrennens können Besucher heute in der Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei erleben.

Bleicherode und Sollstedt

Alte KanzleiDie Deutsche Fachwerkstraße führt auch nach Bleicherode. Als im 8. Jahrhundert die Zeit der Rodungen begann, entstand der Platz für Bleicherode, erstmals erwähnt 1130. Da die Stadt im Dreißigjährigen Krieg gebrandschatzt wurde, stammen die Fachwerkhäuser meist aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Eines der markantesten Gebäude ist die Alte Kanzlei, ein saniertes Fachwerkensemble, das einst als gräflicher Verwaltungssitz und im 18./19. Jahrhundert als Synagoge genutzt wurde. Heute beherbergt die Kanzlei eine Dokumentation der jüdischen Geschichte in Bleicherode, die Stadtbibliothek und ist Veranstaltungsort. Die Kirche St. Marien hat seit Jahren besondere Gäste: Eine Fledermaus-Kolonie von 600 bis 800 Große Mausohren wohnen Rathaus Bleicherodeunterm Dach. Sehenswert sind zum Beispiel auch das historische Rathaus, das Waldhaus Japan mit französischer Bildtapete aus dem frühen 19. Jahrhundert, das Heimatmuseum, die Gemeindemühle Streubel und das ehemalige Kaliwerk, das als Industriedenkmal an die über 100-jährige Bergwerkstradition erinnert. Auf eine ebensolche Bergbaugeschichte blickt das nahe Sollstedt im äußersten Südwesten des Landkreises zurück. Durch das Zusammenspiel von Flusserosion und Hangabtragung wurden einst die Hainleite und die Bleicheröder Berge von einander getrennt. In diesem Tal, der Eichsfelder Pforte, liegt Sollstedt in einer reizvollen, naturbelassenen Landschaft mit seltener Flora und Fauna.

 

Wie die Bleicheröder zu ihrem Spitznamen kamen

Ihren Spitznamen Schneckenhengste verdanken die Bleicheröder den Hungerjahren nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die Hänge der Bleicheröder Berge waren voll von Weinbergschnecken. Ein Händler hatte in Leipzig gesehen, wie Schnecken nach Frankreich verkauft wurden, wo sie bis heute als Delikatesse gelten. Eine neue Geschäftsidee war geboren: Weinbergschnecken wurden gesammelt und im Spätherbst verkauft, denn dann begannen die Schnecken ihren Winterschlaf und wurden nach Leipzig transportiert. Einst fuhr ein Händler jedoch im zeitigen Frühjahr. Die Sonne schien und kurz vor den Toren der Stadt krochen die Schnecken heraus. Überall auf den Straßen und Dörfern erzählten sich die Leute die Geschichte und nannten fortan die Bleicheröder Schneckenhengste.

Von der Hainleite über Werther bis zur Goldenen Aue

PfeilerbasilikaDie Hainleite ist ein Höhenzug zwischen Harz und Thüringer Becken mit einem der größten zusammenhängenden Rotbuchenbestände des Kontinents, artenreichen Mischwäldern und interessanten Kulturdenkmälern. Der größte Ort Wolkramshausen wurde 835 erstmals erwähnt. In Münchenlohra steht die dreischiffige romanische Pfeilerbasilika St. Gangolf, einst Kirche eines Zisterzienserinnen-Klosters, das die Grafen von Lohra im 12. Jahrhundert gegründet haben. Die Ortschaften der Gemeinde Werther mit denkmalgeschützten Fachwerkhäusern und typischen mitteldeutschen Bauernhöfen sind rund 800 bis 1000 Jahre alt und landwirtschaftlich geprägt.

Die reiche Kornkammer der Region ist die Goldene Aue, einer der fruchtbarsten Landstriche Deutschlands mit einer wie erwähnt schon langen Siedlungsgeschichte. Rathaus HeringenLandwirtschaft prägte von jeher die Entwicklung der Ortschaften. In der flachen Ebene ist von weither das hochaufragende 700 Jahre alte Schloss Heringen zu sehen, das als Denkmal von nationaler Beudeutung umfassend saniert wurde. Heringen, 874 erstmals erwähnt, besitzt seit 1327 Stadtrecht und die Stadtmauer, eine der längsten noch erhaltenen in Thüringen, umschließt den historischen Ortskern.

Auch im über 1200 Jahre alten Europadorf Auleben stehen ein Schloss und ehemalige Rittergüter wie der Neue Rüxleber Hof, das heute ein kleines Museum beherbergt. Zeugnisse der Geschichte sind in der Goldenen Aue mannigfaltig wie zum Beispiel die restaurierte Wassermühle in Hamma oder die Grenzsteine im Naturschutzgebiet Alter Stolberg nahe Urbach. 252 Steine markierten 1735 die einstige Grenze zwischen Kursachsen und Hannover, noch heute sind viele davon im Wald zu sehen.

Südharz und Ellrich

Von Niedersachswerfen aus, wo Behre und Zorge zusammenfließen und im Kohnstein schon lange Gips abgebaut wird, erheben sich allmählich die ersten Höhenzüge des Harzes. Der frühgeschichtliche Faciusgraben auf dem Mühlberg zeigt, dass hier schon lange Menschen siedeln. Die Wallanlage ist nach einem römischen Feldherrn benannt, der dort begraben sein soll. Bereits im Mittelalter war die Gemeinde ein Verkehrsknotenpunkt, eine Handelsstraße reichte vom Süden bis über den Harz hinaus – und noch heute führt der Weg hierdurch, wenn man in den Harz will, zum Beispiel nach Neustadt am Fuße der Burg Hohnstein mit seinem gemütlichen Gasthof. Die Kleinstadt wurde 1372 erstmals erwähnt, erhielt 1485 ein Rathaus und einen Roland. Die Rolandfigur von 1730 grüßt noch immer Gäste und Einwohner. Neustadt, seit 1890 Luftkurort, besticht mit seiner historischen Bausubstanz wie dem mittelalterlichen Alten Tor mit der Heimatstube, der Kirche St. Georg und vielen Fachwerkhäusern, dem Gondelteich und der Talsperre mit der ältesten Staumauer Thüringens. Passend zur Tradition als Luftkurort behandelt das Evangelische Fachkrankenhaus Atemwegserkrankungen. Ebenfalls eng mit einer Burg verknüpft ist die Entwicklung des nahen Dorfes Herrmannsacker. Der Ort verdankt seinen Namen dem Erbauer der Ebersburg Landgraf Hermann von Thüringen und wurde 1256 erstmals erwähnt.

IlfeldAuch in Ilfeld gab es eine Burg, die Ilburg, von der nur Reste geblieben sind. Maßgeblicher für die Entwicklung des Ortes war das Prämonstratenser-Kloster, das Graf Elger II. von Hohnstein und seine Frau 1189 gestiftet haben. Das Kloster erstarkte im 13. bis 15. Jahrhundert und Ilfeld wurde 1385 gegründet. Nach der Reformation wurde hier eine evangelische Klosterschule errichtet, die unter dem bekannten Pädagogen und Schulreformer Michael Neander eine Blütezeit erlebte. Die Nationalsozialisten wandelten die Schule 1934 in eine Napola um. Nach dem 2. Weltkrieg war im ehemaligen Kloster das Kreiskrankenhaus untergebracht, heute eine Pflegeeinrichtung. Bekannt ist Ilfeld auch für seine Hütten- und Bergbaugeschichte, die zwei Schaubergwerke heute vorstellen. Beliebtes Ziel für Wanderer ist der gut 33 Meter hohe Poppenbergturm, eine Stahlkonstruktion, die an den Eifelturm erinnert und auf Initiative des Harzklubzweigvereins 1894 errichtet wurde.

In höheren Harzlagen liegen die idyllischen Bergdörfchen und nördlichsten Orte Thüringens Rothesütte und Sophienhof. Rothesütte verdankt seinen Namen der Lage in einer Senke und hat sich aus Ansiedlungen von Waldarbeitern und Köhlern entwickelt. In Sophienhof weidet eine der größten Ziegenherden des Freistaats. Die kulinarischen Kreationen des kleinen Harzdorfs wie Eis aus Ziegenmilch von der Ziegenalm und selbstgebrautes Bier vom Braunen Hirsch werden weithin geschätzt. Das nahe Sülzhayn blickt durch auf eine lange Tradition als Kurort zurück, woran heute ein Reha-Zentrum für neurologische Erkrankungen anknüpft. Weltbekannt wurde Sülzhayn als „Vorbild Deutscher Volksheilstätten“ bei der Weltausstellung 1900 in Paris.

Die Stadt Ellrich wurde 876 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und hat seit 1292 Stadtrecht. Die Zorge, die Stadtmauer mit dem Wernaer Tor, der historische Ortskern und der Stadtwald geben dem Stadtbild in der einstigen Grenzregion einen besonderen Charakter. Das älteste Fachwerkensemble ist das Hospital St. Spiritus von 1127. Dort sitzt das Heimatmuseum und in der kleinen Kirche, 1506 erstmals erwähnt und nur 13 Meter lang, kann man standesamtlich heiraten. Das Feuerwehrmuseum im historischen Spritzenhaus der Stad hütet Schätze wie handbetriebene Druckspritzen oder einen Löschfahrzeug von 1965 und gibt so interessante Einblicke in die Tradition des Brandschutzes.

Ebenso im einstigen Grenzland und Sperrgebiet wie Ellrich liegt die Gemeinde Hohenstein mit ihren verstreut liegenden Ortsteilen. Die Dörfer blicken auf eine lange Historie zurück, wovon schon der Sitz der Verwaltung in einem ehemaligen Rittergut in Klettenberg zeugt. Im 11. Jahrhundert wurde hier eine Burg gebaut und die Grafschaft Klettenberg entstand. Die Herrschaft der Klettenberger endete 1256 nach einer verlorenen Fehde mit den Grafen Hohnstein. Der Grenzkrug Zur Alten Kaserne stellt mit zahlreichen Exponaten die jüngere Vergangenheit vor, die Zeit der DDR. In der Dichterstätte Sarah Kirsch in Limlingerode im ehemaligen Pfarrhaus und Geburtshaus der Dichterin lädt ein Förderverein zu kulturellen Veranstaltungen ein.

Harzer Sagen-Pfad

Sagenhafter Südharz

Der Südharz steckt voller sagenhafter Geschichten. Auf eine besondere Weise, nämlich mit großen Filzfiguren stellt der Harzer Sagen-Pfad oberhalb der Langen Wand in Ilfeld diese vor. Eine der bekanntesten Sagen rankt sich um den Felsen Gänseschnabel im Ilfelder Tal, der wegen seines Aussehens die Fantasie der Menschen schon immer beflügelt hat. Im Kloster Ilfeld lebte einst ein Mönch, der fast jeden Tag an der Klostermauer ein Mädchen mit einer Schar Gänse vorbeiziehen sah. Das Mädchen war sehr arm und wenn der Sommer zur Neige ging und die Tage kühler wurden, fror sie in ihren dünnen Kleidern. Das bemerkte der Mönch und erwollte ihr helfen.

Trotz Verbot schlich er dem Gänseliesel hinterher. Das Mädchen war sehr froh, dass sich jemand ihrer annahm. Von nun an trafen sich beide heimlich jeden Tag und gewannen einander sehr lieb. Dies blieb den Menschen verborgen, aber die Waldgeister sahen es. Als sie sich wieder einmal trafen, kam eine böse Hexe und verzauberte den Mönch in einen mächtigen Felsen und das Gänseliesel in einen Stein, der einem Gänseschnabel glich. Noch heute stehen sich beide gegenüber und sind doch für immer getrennt.

Diese und viele weitere Geschichten erzählt der Sagenpfad in Ilfeld an der Landgen Wand. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall!