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Schwimmhalle von unten

40 Jahre alt wird die Schwimmhalle Sollstedt in diesem Jahr. 1975 begann der Bau über das örtliche Kali-Werk und ein Jahr später eröffnete die Schwimmhalle mit einem 25-Meter-Wettkampfbecken. Wie es unter diesem Becken aussieht, hat sich jetzt Landrat Matthias Jendricke in seiner Gemeinde-Touren-Reihe - Landrat vor Ort - angeschaut. Gemeinsam mit dem Sollstedter Bürgermeister Claus Adam, dem Ortsteilbürgermeister von Rehungen Detlef Schacht, Mitgliedern des Gemeinderates und Heike Umbach, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft hat der Landrat verschiedene Einrichtungen und Unternehmen besucht. Bürgermeister Adam und Landrat Jendricke dankten dem Förderverein, in dem sich rund 100 Mitglieder für die Schwimmhalle engagieren. Im Gespräch mit dem Vorsitzenden Jörg Siese und weiteren Vereinsmitgliedern ging es nicht nur um die Vorabstimmung des runden Jubiläums, das im Oktober gefeiert wird. Thema waren auch Sanierungsmaßnahmen in der Halle. Jetzt in der Schließzeit stellt der Landkreis 10.000 Euro für Reparatur- und Erhaltungsarbeiten zur Verfügung. Die Wunschliste von Maßnahmen an der Halle sei lang, allerdings fehlten dem Landkreis angesichts der Haushaltsnotlage die Mittel, um diese rasch abzuarbeiten, so Jendricke. Denn trotz der rund 20.000 Besucher jedes Jahr deckten die Eintrittsgelder und auch die Zahlungen des Landkreises als Schulträger fürs Schulschwimmen die laufenden Kosten nicht. "Sollstedt leistet einen  Zuschuss von jährlich rund 41.000 Euro, der Landkreis nimmt dreimal so viel Geld in die Hand", so Michael Mohr, Betriebsleiter der Service Gesellschaft, die die Schwimmhalle betreibt.

Eine weitere Station der Tour war das Unternehmen Kunststoff Fröhlich, in dem Landrat Jendricke zum ersten Mal zu Gast war. Der Automobilzulieferer hat historische Wurzeln im Ort, denn im Kali-Werk wurde in der Konsumgüterproduktion ein Trabi-Lüfter zunächst nur montiert. "Weil es zunehmend Probleme mit dem Materialnachschub gab, haben wir angefangen selbst zu produzieren und im Kunststoffspritzgussverfahren das Lüfterrad selbst hergestellt", erzählte Werkleiter Klaus Glasebach. Anfang der 90er Jahre kam das Unternehmen Fröhlich aus Bad Lauterberg nach Sollstedt und baute hier einen neuen Produktionsstandort auf. Rund 50 Mitarbeiter verarbeiten in Sollstedt im Spritzgussverfahren rund 60 spezielle Kunststoffarten, da komme "wenig von der Stange", so Glasebach. So entstehen hochtechnisierte Komponenten beispielsweise für Motoren verschiedener Autohersteller. In Wülfingerode besuchte Jendricke den Treppenmeister Wippertal. Das Unternehmen von Familie Liefeith mit fast 50 Mitarbeitern baut im Jahr rund 1.650 Treppen aus regionalem Holz - individuell maßgefertigt ebenso wie in "Serienproduktion" für Fertighäuser. Außerdem besichtigte der Landrat die neu eröffnete Tagespflegeeinrichtung "Bärenlinde", in der bis zu 13 Senioren tagsüber betreut werden, verschiedene Beschäftigungsangebote nutzen und Ausflüge machen.

Im Gutshaus in Rehungen unternahm der Landrat dann eine "Zeitreise in die Geschichte", wie es  Birgit Buchholz von der Brauchtumsgruppe des Heimatvereins Rehungen beschrieb. Im ältesten Haus im Ort haben sie und ihre Mitstreiterinnen in liebevoller Kleinarbeit historische Schätze gesammelt - von der Schulbank, über einen Frisörsalon, Möbel, Haushaltsgegenstände und Fundstücke aus der Geschichte des Dorfes wie Puppen, die einst in Rehungen hergestellt wurden. Der Ortsteilbürgermeister Detlef Schacht dankte der Brauchtumsgruppe für die vielen Stunden des  ehrenamtlichen Engagements, durch das das Gutshaus mit Leben erfüllt wird und auch der Landrat zeigte sich beeindruckt von der detailreichen Ausgestaltung des alten Rittergutes.

 

Bei einer Gesprächsrunde mit Vereinen und Gemeinderäten am Nachmittag ging es u.a. um die Gebietsreform, organisatorische und finanzielle Fragen in den Vereinen, Nachwuchsgewinnung und erforderliche Arbeiten beispielsweise an den Sportanlagen. "Ich bin froh über die Arbeit der Vereine, die unsere Begegnungsstätten betreiben, in unseren Chören singen und vieles mehr machen", sagte Bürgermeister Claus Adam über die fast 40 Vereine, die in Sollstedt aktiv sind. Als Fazit des Tages betonte der Landrat erneut, dass es wichtig sei Zeit einzuräumen, um auch jenseits von Veranstaltungen und anderen Anlässen mit engagierten Unternehmern und Ehrenamtlichen ins Gespräch zu kommen. "Da gibt es auch für mich noch viel zu entdecken."  

 

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