Alte Kanzlei BleicherodeBurgruine HohnsteinSophienhofAuleber FischteicheHörninger SattelköpfeHarzer SchmalspurbahnenNeustädter TalsperreNordhausenSchloss HeringenEbersburgHeimische OrchideenAlte Kanzlei BleicherodeBurgruine Hohnstein
Alte Kanzlei Bleicherode
Burgruine Hohnstein
Sophienhof
Auleber Fischteiche
Hörninger Sattelköpfe
Harzer Schmalspurbahnen
Neustädter Talsperre
Blick über Nordhausen
Schloss Heringen
Ebersburg
Heimische Orchideen
Alte Kanzlei Bleicherode
Burgruine Hohnstein
zurück
weiter

Kinderschutzkonferenz im Audimax

Über Frühe Hilfen und gelingenden Kinderschutz haben gestern Fachkräfte und Studierende bei der Kinderschutzkonferenz im Audimax diskutiert. „Kinderschutz geht uns alle an - nicht nur die Fachkräfte im Hilfesystem“, sagte Landrätin Birgit Keller. „Kinderschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es kommt darauf an hinzuschauen statt wegzusehen. Um ein gesundes Aufwachsen von Kindern zu unterstützen, ist eine fachübergreifende Zusammenarbeit wichtig.“ Prof. Dr. Helmut Tilp, Vizepräsident der FHN, betonte die Bedeutung der Frühen Hilfen gerade vor dem Hintergrund der vielfältigen Informationswege heutzutage. Matthias Loew, Landeskoordinator der Frühen Hilfen, berichtete über die Umsetzung der Frühen Hilfen in Thüringen, die mit niedrigschwelligen Angeboten im präventiven Kinderschutz angesiedelt sind. In den weiteren Fachvorträgen ging Angela Smessaert, Referentin für Kinder- und Jugendhilferecht aus Berlin, der Frage nach, inwieweit Datenschutz ein Hemmnis im Kinderschutz und in den Frühen Hilfen ist und Prof. Dr. Torsten Schaumberg von der FH Nordhausen sprach über die rechtliche Situation von Familienhebammen.

Wesentliche Säulen des bundesweiten Programms Frühe Hilfen sind der Ausbau von Netzwerkstrukturen und die Unterstützung von jungen Eltern durch Familienhebammen und ehrenamtliche Familienbegleiter, die es jetzt auch im Landkreis Nordhausen gibt. Fachübergreifend arbeiten Einrichtungen des Gesundheits- und Jugendhilfewesens im Netzwerk Frühe Hilfen und Kinderschutz mit dem Arbeitskreis gegen häusliche Gewalt an Kindern und Jugendlichen zusammen. Eines der wichtigsten Anliegen ist es, Hinweise zu den Beratungs- und Unterstützungsangeboten vor Ort möglichst breit zu streuen. So ist im Projekt Frühe Hilfen beispielsweise ein Willkommenspaket entstanden, in dem Eltern neben einem kleinen Geschenk Informationsmaterial erhalten, wenn sie im Landratsamt Elterngeld beantragen.

In Thüringen gab es im vergangenen Jahr fast 3.350 Meldungen zu möglichen Kindeswohlgefährdungen, das entsprach 114 Meldungen je 10.000 Einwohner bis 18 Jahre. Bei der Prüfung dieser Meldungen stellten die Thüringer Jugendämter bei rund 24 Prozent eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung fest, bei knapp 50 Prozent einen Hilfebedarf und bei gut einem Viertel ergab sich kein Hilfebedarf. Im Landkreis Nordhausen gab es in 2013 insgesamt 90 Meldungen zu möglichen Kindeswohlgefährdungen, ein Zehntel der Meldungen erwies sich tatsächlich als eine Kindeswohlgefährdung.

Veranstaltet hat die Kinderschutzkonferenz, die alle zwei Jahre stattfindet, die Koordinationsstelle für Frühe Hilfen beim Kreisjugendring Nordhausen gemeinsam mit dem Landkreis, der FH Nordhausen, der Bundesinitiative Frühe Hilfen und dem Bundesfamilienministerium. Die Bundesinitiative Frühe Hilfen ist vor zwei Jahren gestartet und konzentriert sich mit ihren Angeboten auf die Zeit vor der Geburt und auf die ersten drei Lebensjahre. Im Landkreis Nordhausen wird der Ansatz des präventiven Kinderschutzes schon länger verfolgt, so dass auf bereits vorhandene Netzwerkstrukturen aufgebaut werden konnte. Insgesamt stellt das Bundesfamilienministerium für die Bundesinitiative Frühe Hilfen 177 Millionen Euro für die Hilfen vor Ort bereit, davon erhält Thüringen 4,4 Millionen Euro von 2012 bis 2015. Der Bund hat bereits signalisiert, die Frühen Hilfen nicht nur als Modellvorhaben zu fördern, sondern dauerhaft zu installieren. Mehr zu den Frühen Hilfen im Landkreis unter www.fruehehilfen-nordhausen.de.

Zurück