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Förderung auch perspektivisch sichern

In dem nostalgisch eingerichteten Zimmer steht auf dem Tisch eine Glasschale – eine blaue, passend zur Stofftischdecke mit blauen Blümchen. „Die sind ja noch feucht“, sagt Franca Bergmann, als sie eines der Ostereier aus der Schale nimmt. Erst am Vormittag haben die Teilnehmer der Demenzgruppe des Mehrgenerationenhauses die Plastikeier bemalt. Die Demenzgruppe ist eines von rund 60 Angeboten, die das Haus von LIFT in der Nordhäuser Reichsstraße regelmäßig organisiert. „Acht Leute besuchen unsere Demenzgruppe, 14 Demenzerkrankte betreuen wir insgesamt. Außerdem bieten wir das Demenzcafé an, in dem sich auch Angehörige austauschen können“, berichtet Franca Bergmann, Bereichsleiterin für Generationen und bürgerschaftliches Engagement bei LIFT. „Diesen Bereich könnten wir noch weiter ausbauen, weil es hier ein wachsendes Bedürfnis gibt und offenbar treffen unsere Mitarbeiter den richtigen Nerv. Die Demenzerkrankten kommen gern her und auch deren Familien freuen sich.“

 

Montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr ist das MEGEHA besetzt, täglich gibt es einen Mittagstisch mit drei Gerichten, wer will, kann Haushaltsdienstleitungen im Service-Eck und die „Kinderbetreuung on tour“ buchen. Das Veranstaltungsangebot reicht von Yoga über Computerkurse, Stricken und Line Dance bis hin zu Ferienspielen wie jetzt in den Osterferien. Neben den zweieinhalb Stellen, die zum MEGEHA gehören, stemmen das zum größten Teil rund 70 Ehrenamtliche, die sich als Lesepaten engagieren, Kuchen backen, bei Veranstaltungen helfen oder Demenzpatienten betreuen. Ohne sie wäre das breit gefächerte Angebot des Mehrgenerationenhauses nicht denkbar. „Die Fördermittel decken inzwischen nicht einmal mehr die Hälfte der laufenden Kosten, die in den vergangenen Jahren um etwa ein Viertel gestiegen sind. Die Höhe der Fördermittel ist aber nie angepasst worden“, so Franca Bergmann. Vor ihr auf dem Tisch liegt der Bewilligungsbescheid vom Bund, der jetzt Anfang März gekommen ist. Bis Dezember ist das zweite Aktionsprogramm des Bundes für Mehrgenerationenhäuser, das eigentlich Ende 2014 ausgelaufen ist, verlängert worden. 2012 hat der Bund seinen jährlichen Zuschuss von 40.000 Euro auf 30.000 Euro gekürzt. Seitdem steuert der Landkreis Nordhausen jedes Jahr 10.000 Euro zur Finanzierung des MEGEHA bei. „Wir wünschen uns eine dauerhafte Finanzierungszusage vom Bund und sind dann auch gern bereit, uns auf kommunaler Ebene als Landkreis weiter an der Finanzierung dieses wichtigen generationenübergreifenden Angebots zu beteiligen“, sagt der Sozialdezernent des Landkreises Stefan Nüßle. „Außerdem hoffen wir, dass auch der Freistaat Thüringen die Mehrgenerationenhäuser zukünftig unterstützt, wie das in anderen Bundesländern seit vielen Jahren der Fall ist.“ Das Land habe schon signalisiert, dass es grundsätzlich bereit wäre, sich zu beteiligen, da es die Potentiale der Mehrgenerationenhäuser erkannt habe, so Franca Bergmann.

 

Seit 2007 gibt es das MEGEHA in Nordhausen. Es ist eines von 35  Mehrgenerationenhäusern in Thüringen und von 450 deutschlandweit. Zweimal im Jahr überprüft der Bund die Arbeit vor Ort, quantitativ wie qualitativ. Inzwischen hat sich das Mehrgenerationenhaus fest in der Region etabliert und ist auch weit darüber hinaus bekannt. „Neulich hatte ich eine Anfrage aus Shanghai“, erzählt Franca Bergmann. Dorthin ist nämlich ein Nordhäuser gezogen, dessen Eltern weiterhin hier leben. „Er war nun auf der Suche nach einem Computerkurs für seine Eltern, damit sie besser mit ihm via Internet in Kontakt bleiben können.“ Neu seien auch vermehrt Anfragen junger Eltern, die es aus ihren Heimatorten hierher verschlagen hat und die ihren Kindern trotzdem Erfahrungen ermöglichen wollen, die man im Alltag mit Großeltern machen kann. „Jetzt denken wir darüber nach, wie wir vielleicht ein Angebot mit „Leih-Omas“ und „Leih-Opas“ gestalten können, das möglichst ungezwungen einen Kontakt ermöglicht“, so Franca Bergmann. Nein, man sei noch nicht am Ende mit den Ideen. „Wir haben noch viel vor.“

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