Alte Kanzlei BleicherodeBurgruine HohnsteinSophienhofAuleber FischteicheHörninger SattelköpfeHarzer SchmalspurbahnenNeustädter TalsperreNordhausenSchloss HeringenEbersburgHeimische OrchideenAlte Kanzlei BleicherodeBurgruine Hohnstein
Alte Kanzlei Bleicherode
Burgruine Hohnstein
Sophienhof
Auleber Fischteiche
Hörninger Sattelköpfe
Harzer Schmalspurbahnen
Neustädter Talsperre
Blick über Nordhausen
Schloss Heringen
Ebersburg
Heimische Orchideen
Alte Kanzlei Bleicherode
Burgruine Hohnstein
zurück
weiter

Erste Erkenntnisse zum Erdfall in Nordhausen

Nach dem Erdfall, der gestern Abend gegen 20 Uhr auf dem Nordhäuser Betriebsgelände der Service Gesellschaft des Landkreises Nordhausen aufgetreten ist, hat heute die Ursachenforschung begonnen. Der Erdfall hat sich über Nacht weiter vergrößert und Teile der beiden angrenzenden Büro- und Garagengebäude sind in den Krater gestürzt, der inzwischen einen Durchmesser von rund 30 Metern hat. "Wichtig ist jetzt, dass der Erdfall zeitnah stabilisiert wird", sagte Lutz Katzschmann von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG). Dies soll gleich Anfang der Woche geschehen und wird nun übers Wochenende vorbereitet. 

Verfüllt werden soll der Erdfall mit Kies, um auch feststellen zu können, ob es zu einem späteren Zeitpunkt zu weiteren Nachbrüchen kommt, so Konrad Rose von der hiesigen Firma IHU, der bereits den ersten Erdfall vor 6 Jahren untersucht hat. Im März 2010 war an der selben Stelle bereits ein Erdfall aufgetreten. "Wir gehen davon aus, dass sich im tieferen Untergrund Gips und Anhydrit befindet und sich dort über einen langen Zeitraum durch Ausspülungen ein größerer Hohlraum gebildet hat, der in sich nicht mehr stabil war und nun das Erdreich darüber eingebrochen ist", so Lutz Katzschmann. "Es gab hier an gleicher Stelle bereits einen Erdfall und dies war ein Nachbruch, der aber zu einem deutlich größeren Ereignis geführt hat." Dabei habe man Glück gehabt, dass der Erdfall in den Abendstunden aufgetreten ist und niemand verletzt wurde.

"Kameraden der Feuerwehr Bleicherode waren gestern Abend in der benachbarten Atemschutzübungsstrecke und haben gesehen, wie sich die Erde auftat", sagte Stefan Nüßle, Beigeordneter der Landkreises Nordhausen. "Dadurch wurden wir gleich informiert, sonst hätten wir sicher erst später durch die Alarmanlage des Gebäudes von dem Erdfall erfahren." Die Fachleute gehen davon aus, dass rund 70.000 Tonnen Erdreich in den Erdfall gerutscht sind. Am Abend hatte die Nordhäuser Berufsfeuerwehr den Erdfall untersucht und gingen von einer Tiefe von mehr als 40 Metern aus. "Es war sehr viel Wasser zu sehen und es war zunächst unklar, woher das Wasser kam", sagte Gerd Jung, Leiter der Berufsfeuerwehr Nordhausen. Inzwischen gehen die Experten davon aus, dass es sich dabei um Wasser gehandelt hat, das in dem Hohlraum war und durch die nachrutschenden Erdmassen nach oben gepresst wurde. Da dieses Wasser deutlich wärmer als die Luft war, kam es zu einer starken Dunstentwicklung, was die Sicht weiter erschwert hat. "Gigantisch war die Geräuschentwicklung durch das Wasser. In den zunächst zwei zylindrischen Löchern verschwanden Massen an Kies und Geröll", so Gerd Jung. 

Ein Hubschrauber der Polizei ist den Erdfall gestern Abend und heuten Morgen überflogen, um den Krater von oben zu untersuchen, da das Gelände rings um den Erdfall nicht mehr betreten werden kann. Für die unmittelbar betroffenen Anwohner besteht zum jetzigen Zeitpunkt keine Gefahr. Die Vertreter von Stadt und Landkreis Nordhausen bedankten sich bei den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr und mehrerer Freiwilliger Feuerwehren aus Nordhauen, dem THW und der Polizei, die gestern und heute im Einsatz waren. 

Das betroffene Gelände wurde bis zum Erdfall 2010 vom Brand- und Katastrophenschutz des Landkreis Nordhausen genutzt. Danach gab es umfangreiche Untersuchungen. "Damals hatte der Erdfall einen Durchmesser von 5 bis 6 Metern und eine Tiefe von etwa 15 Metern. Da eine Wiederinbetriebnahme des Geländes geplant war, gab es Bohrungen bis 45 Meter, die keine Störungen zeigten, wir fanden keinen Hohlraum", sagte Konrad Rose. Erst vor wenigen Monaten hat die Service Gesellschaft des Landkreises Nordhausen die nun betroffenen Gebäude als neuen Verwaltungssitz für rund 600.000 Euro ertüchtigt. Gestern Abend konnte die Großtechnik für den Winter- und Straßenbetriebsdienst gesichert werden. Nun wird das Gelände großräumig abgesperrt und gesichert, bis voraussichtlich am Montag die Befüllung des Erdfalls beginnen wird.

 

Zurück