Burgruine HohnsteinNordhausen bleibt KreisstadtHörninger SattelköpfeHarzer SchmalspurbahnenNeustädter TalsperreNordhausenSophienhofSchloss HeringenAuleber FischteicheEbersburgHeimische OrchideenAlte Kanzlei BleicherodeBurgruine HohnsteinNordhausen bleibt Kreisstadt
Burgruine Hohnstein
Nordhausen bleibt Kreisstadt
Hörninger Sattelköpfe
Harzer Schmalspurbahnen
Neustädter Talsperre
Blick über Nordhausen
Sophienhof
Schloss Heringen
Auleber Fischteiche
Ebersburg
Heimische Orchideen
Alte Kanzlei Bleicherode
Burgruine Hohnstein
Nordhausen bleibt Kreisstadt
zurück
weiter

Qualitätswanderweg durch einzigartige Landschaft

Einzigartig in Europa - so wird die Gipskarstlandschaft im Südharz oft beschrieben. Nirgendwo sonst gibt es eine Karstregion, die derart grün ist, nicht nur dominiert wird von kargen Felsformationen und die so gespickt ist mit mannigfaltigen Karstphänomenen: Bachschwinden, Flussversinkungen, Karstquellen und -täler, Höhlen, Felsen, weiße Gipswände, Dolinen und Buckellandschaften - wertvolle Lebensräume für viele seltene Tiere und Pflanzen. Durch diese beeindruckende Karstlandschaft schlängelt sich ein überregionaler Wanderweg. Sein Zeichen: Das weiße K auf rotem Grund. Wer auf dem Karstwanderweg läuft, kann diese vielfältigen Phänomene, die spannende Flora und Fauna, eine traditionsreiche kulturelle Region und deren Geschichte erleben.

Seit 2011 ist der Karstweg als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland ausgezeichnet und ist damit einer von zwei zertifizierten Wegen im Harz. Dieses Qualitätsniveau hat der Karstwanderweg, der Ende der 80er Jahre entstand, erreicht durch das Engagement der Fördervereine in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen: Der Förderverein Karstwanderweg Landkreis Nordhausen, der Verein Südharzer Karstlandschaft und der Förderverein Deutsches Gipsmuseum und Karstwanderweg. Für ihren Einsatz haben die Vereine, die sich in der Arbeitsgemeinschaft „Drei Länder – Ein Weg – Karstwanderweg“ zusammengeschlossen haben, nicht nur wiederholt das Qualitätssiegel des Deutschen Wanderverbandes erreicht, sondern auch den Naturparkpreis Harz 2014 des Regionalverbandes Harz gewonnen.

Der rund 233 Kilometer lange Weg lässt Wanderer, Radfahrer und Naturliebhaber die Südharzer Karstlandschaft auf unnachahmliche Weise erleben. 53 Kilometer des Karstwanderweges führen durch den Landkreis Nordhausen, der hier Träger des Weges ist. Der Karstwanderweg ist auch ein Herzstück des Naturparks Südharz. Zu den eindruckvollsten Karsterscheinungen zählt die Höhle Kelle bei Appenrode, um die sich eine alte Sage rankt:

Es war einmal eine arme Waise. Ihr Verlobter betrog sie vor ihren Augen und aus bitterem Gram darüber weinte sie und wünschte sich laut den Tod. Nun war es aber gerade ein Tag im Frühling, an dem alle Wünsche, ob gut oder schlecht, in Erfüllung gingen. So wuchs plötzlich vor dem Mädchen aus dem Nichts eine riesenhafte Männergestalt, ein Maurer mit dem Handwerkszeug seiner Zunft. Schweigend und voller Mitgefühl sah er auf die junge Frau hinab, nahm seine Kelle und ließ sie mit Wucht auf den Boden krachen. Dieser tat sich auf, riss das Mädchen mit in die Tiefe und das Loch im Erdboden füllte sich mit Wasser.

Tatsächlich ist die Kelle nicht ganz so spektakulär entstanden, was sie nicht weniger außergewöhnlich macht: Denn die Kelle gehört zu den Karstphänomenen, die im Südharz in sagenhafter Anzahl und Dichte vorkommen.

Die Geschichte dieser in Europa einmaligen grünen Karstregion beginnt vor etwa 250 Millionen Jahren. Damals sah der Südharz nicht aus wie heute – keine Wälder und Wiesen gab es hier, sondern ein warmes, flaches Meer. Darin entstanden weißer Gips und Anhydrit, Gesteine, die noch heute das Landschaftsbild im Südharz prägen und immer wieder neu gestalten. Denn Gips und Anhydrit wie auch der hellbraune Dolomit sind stark wasserlöslich - zwei Gramm Gips lösen sich in einem Liter Wasser. Da von den Bergen des Harzes viele Bäche und Flüsse hinab fließen, gelangen im Südharz große Wassermengen in den Untergrund, lösen die Gesteine auf und nehmen sie mit sich. Die Entwässerung geschieht überwiegend unterirdisch, was auch „Verkarstung“ genannt wird. Daraus entstehen mannigfaltige Karstphänomene: Höhlen, Erdfälle, Karstquellen, Bachschwinden, Felsen oder weiße Wände sind nur einige Beispiele im Südharz.

Der einzigartige Charakter des Weges ist nicht nur geprägt von diesen vielfältigen Karstergebilden, sondern auch vom stetigen Wechsel zwischen Wald und Offenland, beschaulichen Ortschaften und zahlreichen kulturellen Höhepunkten. Der Karstwanderweg ist mehr als ein real existierender Weg, er steht vielmehr für eine Leitidee. Zum einen konzentrieren sich entlang des Weges die vielseitig erlebbaren Besonderheiten der Karstlandschaft mit ihrer außergewöhnlichen Flora und Fauna, zum anderen umfasst er Themen wie Geo- und Biowissenschaften, Karstkunde und Rohstoffe, Umwelt- und Naturschutz, Waldökologie und Forstwirtschaft, Archäologie, Siedlungs-, Wirtschafts- und Territorialgeschichte sowie die Entwicklung des ländlichen Raums.

Mehr zum Karstwanderweg sowie zum Programm der Sonntagswanderungen unter:

www.karstwanderweg.de