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Ein Abriss der Geschichte des Landkreises

Wappen HohnsteinerDie Geschichte des Landkreises Nordhausen reicht weit bis ins Mittelalter zurück - als Grafschaft Hohnstein. Unter Heinrich I., 919 zum deutschen König gekrönt, entstanden im und am Harz Pfalzen, Königshöfe und Burgen, von denen in den folgenden Jahrhunderten viele zu Städten wurden. Eine davon war Nordhausen, belegt seit 927. 1220 erhob Friedrich II. Nordhausen zur Freien Reichsstadt und das blieb sie fast 600 Jahre lang.

Im frühen Mittelalter war der Harzraum ein politisches Zentrum des deutschen Reiches. Zentral im Landkreis Nordhausen ist die Burg Hohnstein. Graf Elger oder auch Ilger von Ilfeld erbte die Herrschaft Hohnstein und baute die Burg aus, die ihre Wurzel im 10./11. Jahrhundert hat. Er und seine Nachfolger nannten sich Grafen von Hohnstein. Ihre Stammburg Hohnstein ist seit 1627 eine Ruine – sie wurde im 30jährigen Krieg gebrandschatzt. Die Hohnsteiner erwarben in der Folgezeit die Herrschaften der Grafen von Lohra und Klettenberg. Die ehemaligen Lohraischen und Klettenbergischen Herrschaften wurden wie das Amt Benneckenstein Grafschaft Hohnstein genannt.

Nach dem Aussterben der Grafen von Hohnstein im Jahre 1593 fiel das Gebiet an den Herzog von Braunschweig und kam im Westfälischen Frieden an das Kurfürstentum Brandenburg, das indes erst 1699 zu dem Besitz kam, da es ein halbes Jahrhundert lang an die Grafen von Sayn-Wittgenstein verlehnt war. So war der alte Kreis Grafschaft Hohnstein der älteste Bezirk Preußens in der Thüringer Landschaft.

Im 2. Schlesischen Krieg sind die ersten Hohnsteiner als Soldaten im Preußischen Heer feststellbar. Die "Grafschaft" unterstand der Kriegs- und Domänenkammer Halberstadt, die von 1770 bis 1787 die erste Preußische Kreisverwaltung in Ellrich unterhielt. Von den Franzosen 1806 okkupiert, gehörte die Grafschaft Hohnstein bis 1813 dem Königreich Westfalen an. Mit der Errichtung der Provinz Sachsen 1815 wurde das Lohraer-Klettenberger-Gebiet mit Nordhausen, das 1802 unter den Preußen seinen Status als Freie Reichsstadt verloren hat, zum Landkreis Nordhausen zusammengeschlossen.

Später wurde Städten mit mehr als 25.000 Einwohnern erlaubt, einen eigenen Stadtkreis zu bilden. 1880 gab es eine Volkszählung in der Stadt, in der 26.198 Einwohner gezählt wurden. Nordhausen beantragte die Kreisfreiheit, es kam zum Zwist mit dem Landkreis, vor allem zum gemeinsamen Vermögen. Ab April 1882 bildete die Stadt einen eigenen Kreis und der Kreis hieß ab 1888 wieder Kreis Grafschaft Hohenstein.

Entscheidend für die weitere Entwicklung des Landkreises nach dem 2. Weltkrieg waren die administrativen Veränderungen nach dem Krieg. Der Kreis wurde zunächst von amerikanischen, dann von sowjetischen Truppen besetzt. Die Kommunen Bad Sachsa und Tettenborn wurden der englischen Besatzungszone angegliedert. Auf Verordnung des Präsidenten des Landes Thüringen wurde der Kreis Grafschaft Hohenstein im Oktober 1945 in Landkreis Nordhausen umbenannt.

Im April 1950, mittlerweile hatte sich am 7. Oktober 1949 aus der sowjetischen Besatzungszone die DDR konstituiert, beschloss der Landtag des Landes Thüringen das "Gesetz zur Änderung der Kreis und Gemeindegrenzen". In dessen Folge wurde der Stadtkreis Nordhausen in den Landkreis eingegliedert. Ausgegliedert wurden in diesem Jahr die Gemeinden Großberndten und Kleinberndten, die zum Kreis Sondershausen kamen, und die beiden Orte Hüpstedt und Zaunröden, die in den Kreis Mühlhausen eingegliedert wurden.

Die Entwicklung in der Folgezeit wurde vor allem durch die Lage unmittelbar an der Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten geprägt. Die Verwaltungsreform von 1952 hob die Länder auf, Bezirke wurden gebildet. Der Landkreis, der bis dahin zum Land Thüringen gehörte, kam zum Bezirk Erfurt. Für den Kreis Nordhausen ergaben sich umfangreiche territoriale Veränderungen. So wurden 22 Gemeinden an den neugebildeten Kreis Worbis, die Orte Benneckenstein und Sorge an den Kreis Wernigerode, die Gemeinde Friedrichsrode an den Kreis Sondershausen und die Gemeinde Bösenrode an den Kreis Sangerhausen abgegeben. Die Stadt Heringen und die Gemeinden Auleben, Bielen, Görsbach, Hain, Hamma, Herrmannsacker, Rodishain, Steinbrücken, Stempeda, Sundhausen, Uthleben und Windehausen wurden aus dem Kreis Sangerhausen in den Kreis Nordhausen übernommen. Damit erhielt der Landkreis Nordhausen das territoriale Aussehen, das er, abgesehen von einigen Gemeindegrenzveränderungen, noch heute hat.

Rund 150 Jahre Historisches Landratsamt in der Grimmelallee

Das jetzige Historische Landratsamt hat eine lange, wechselvolle Geschichte hinter sich. Es entstand in acht Bauphasen und besteht aus ehemals zwei Gebäuden, die vermutlich Anfang des 20. Jahrhundert miteinander verbunden wurden: das einstige Kreisständehaus und die Kreissparkasse.

Der Bau des Kreisständehauses wurde 1866 beschlossen, bis dahin hatte sich die Kreisverwaltung verteilt über die Stadt Nordhausen eingemietet. Unten entstanden Büros, oben lebte der damalige Landrat Baron Eduard Wiprecht Leopold von Davier, der 40 Jahre lang Königlicher Landrat des Landkreises Nordhausen war (1852-92). 1868 war das schlossartige Kreisständehaus fertig und kostete 90.000 Mark. Weitere Baumaßnahmen folgten unter Daviers Nachfolger, der Königliche Landrat Philipp Schaeper (1893-1917). Auch das Außengelände wurde angemessen gestaltet - mit Park und Seerosenteich.

Das Gebäude ist immer weiter gewachsen und erhielt verschiedene Anbauten. 1891/92 entstand auf dem Nachbargrundstück ein neues Gebäude für die Kreissparkasse. Wann beide Gebäude miteinander verbunden wurden ist nicht ganz klar, Ende des 19. Jahrhunderts oder Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Gründe waren, dass sowohl die Sparkasse als auch die Kreisverwaltung mehr Platz brauchten. Die Sparkasse zog in ein neues Gebäude einige Häuser weiter stadteinwärts in der Grimmelallee. Das alte Sparkassengebäude nutzten die Beamten der Kreisverwaltung, deren Anzahl sich von 1884 bis 1912 fast verdreifachte - aber auf niedrigem Niveau von 11 auf 30 Beamte. Ein weiterer Grund war, dass ein Sitzungssaal gebraucht wurde. Der entstand im Verbindungsbau, wo sich im Großen Plenarsaal noch heute der Kreistag trifft.

Auch als Nordhausen ab 1882 wieder kreisfrei wurde, blieb das Gebäude weiterhin Landratsamt - wie in seiner gesamten Geschichte, zeitweise mit weiteren Funktionen wie das Versicherungs- und Kreiswohlfahrtsamt sowie  Wohnungen für den Landrat, Beamte und Angestellte. Noch heute gibt es eine Wohnung unterm Dach.

Am Ende des 2. Weltkrieges entging das Landratsamt der weitflächigen Zerstörung der Stadt und war das einzige nicht zerstörte Verwaltungsgebäudein Nordhausen. Im April zogen die Amerikaner ein und übergaben es dann im Juli an Russland. Ab 1956 saß der Rat des Kreises hier. Ende der 1990er Jahre sanierte der Landkreis das Gebäude umfassend und riss dabei auch unansehnliche Zweckanbauten aus DDR-Zeiten abreißen. Seitdem sitzt ein Teil der Landkreisverwaltung wieder an der historischen Stätte, darunter die Landrätin und die Beigeordnete.