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Freitag, 24. Februar 2012 15:26

36/2012 - Prävention früher starten

Spaß bei der Einschulungsuntersuchung haben Anton und Joschua

Emely beim Hörtest

Zurzeit laufen im Gesundheitsamt des Landkreises die Einschulungs­untersuchungen. Noch bis Mai nehmen die kommenden ABC-Schützen an der rund 40minütigen Untersuchung teil, bei der geschaut wird, ob ein Kind bereit für die Schule ist. Genau 700 Kinder haben die 20 Grundschulen im Landkreis zur Einschulungsuntersuchung gemeldet. Eltern, die noch keine Einladung zur Untersuchung vom Fachbereich Gesundheitswesen des Landkreises haben, brauchen sich nicht wundern. „Es sind noch nicht alle Einladungen verschickt. Wir informieren die Eltern in der Regel zwei Wochen vor dem Termin“, sagt Kinderärztin Petra Bednarek, Leiterin der Kinder- und Jugendgesundheitspflege. Rund 350 Kinder sind bereits  untersucht, neun Grundschulen sind damit schon komplett. 

Bei der Einschulungsuntersuchung, die seit 2000 thüringenweit standardisiert ist, werden nicht nur die körperlichen Eigenschaften der Kinder begutachtet, wie beispielsweise ihre Seh- und Hörfähigkeit. „Wir untersuchen auch auf Sprachentwicklungsverzögerungen, Sprechstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und die motorischen Fertigkeiten“, so Petra Bednarek. In den letzten Jahren haben nicht nur die Auffälligkeiten beim Sprechen und im Verhalten zugenommen. „Auch die Fertigkeiten im malerischen Bereich sind auffällig. Einige Kinder bringen nicht mehr das, was die Schule erwartet“, meint Petra Bednarek. Dazu gehöre zum Beispiel, eine Form abzuzeichnen – für die Kinder ein komplexe Aufgabe: Sie müssen die Form sehen, erfassen und dann selbst zeichnen. Woran es liegt, dass dies nicht immer klappt, lasse sich nicht eindeutig beantworten. Möglich sei, dass die Kinder zu spät ans Malen herangeführt werden oder es zu wenig üben. „Wenn wir die Schwächen der Kinder im motorischen, sprachlichen und malerischen Bereich eher feststellen könnten, könnten wir auch früher fördern“, ist Petra Bednarek überzeugt. „Deshalb ist es eine Idee des öffentlichen Gesundheitsdienstes in ganz Thüringen, dass wir mit den Kindern in den Tageseinrichtungen zwei Jahre vor der Einschulung standardisierte Seh-, Hör- Sprach- und Motoriktests machen.“ Auch das neue Kita-Gesetz des Freistaats sieht vor, dass der öffentliche Gesundheitsdienst einmal jährlich Kinder in Tageseinrichtungen ärztlich untersucht. 

Denn eine frühere Förderung der Kinder – nicht nur im therapeutischen Bereich, beispielsweise durch Logopäden, sondern auch im Alltag in der Kita oder Zuhause – könne Problemen beim Schulstart vorbeugen und beispielsweise Entwicklungen hin zu Schulangst und Schulverweigerung bremsen. Im Landkreis Nordhausen hat das Gesundheitsamt bereits Gespräche mit Kindergärten gesucht. „Die Kita-Leiterinnen haben sehr aufgeschlossen reagiert. Denn auch für die Erzieherinnen können die Ergebnisse dieser Untersuchungen wichtige Hinweise geben, um noch gezielter auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können“, sagt Petra Bednarek.